Freitag 24. November 2017
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Kirchliche EZA rüstet sich für globale Konferenzen 2015

Die Kirche rüstet sich bereits für die im kommenden Jahr auf UN-Ebene anstehenden großen Weichenstellung im Bereich Entwicklungszusammenarbeit: Das hat Heinz Hödl, Präsident des Weltdachverbandes der katholischen Hilfswerke CIDSE und Geschäftsführer der Koordinationsstelle der österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO), bei der laufenden Herbsttagung der Ordensgemeinschaften Österreich in Wien dargelegt.

 

Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit solle geschärft und zu politischem Handeln angeregt werden, sagte Hödl im Hinblick auf Pläne rund um die internationalen Versammlungen der "Post-2015"-Ziele sowie die anstehende Pariser Klimakonferenz; wichtigster Unterstützer dieses Vorhabens sei Papst Franziskus selbst.

 

Bei der New Yorker UNO-Sonderversammlung im September 2015 über eine Zukunft der Millenniums-Entwicklungsziele - die sogenannten "Post-2015 Development Agenda" - sei der kirchliche Fokus auf Nachhaltigkeit und weltweiten Ausgleich gerichtet, erklärte Hödl. Dazu müssten Nachhaltigkeitsziele für Entwicklungs- und Industrieländer zugleich definiert werden. "Es geht nicht mehr um 'dort' und 'bei uns', sondern die ganze Welt kommt in den Blick - mit Beschränkungen in den Industrieländern, damit Entwicklungsländer mehr haben." Weiters sei bei den Post-2015-Entwicklungszielen etwa zur Armutsbekämpfung der Westen ebenso betroffen, "da auch bei uns die Armut zunimmt".

 

Auch für die vorausichtlich letzte große Klimaversammlung, die im November und Dezember 2015 in Paris ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll anstrebt, ist die Linie der kirchlichen Organisationen bereits klar: "Konkret geht es darum, dass es für die Entwicklungsländer und Partnerorganisationen vor Ort genügend Ressourcen und finanzielle Mittel für Vorbeugung und Entschädigung von Klimaschäden geben wird", so Hödl. Der Klimawandel finde ohnehin in diesen Ländern bereits statt und könne durch Paris kaum begrenzt werden, weshalb zumindest eine Schadensbegrenzung erfolgen müsse.

 

Papst: Nach New York vielleicht Paris

Klar erkennbar sei schon jetzt, dass sich Papst Franziskus aktiv an den Diskussionen beteiligen werde, hob Hödl gegenüber "Kathpress" hervor. Dazu zähle einerseits die erwartete Rede des lateinamerikanischen Pontifex vor der UNO in New York im kommenden Jahr, andererseits die für Frühjahr 2015 angekündigte Umwelt-Enzyklika des Papstes. Diese werde eine "starke Geschichte" sein, so der CIDSE-Präsident über ihm bereits bekannte Inhalte, darunter die Forderung nach Einschränkung im Verbrauch klimaschädlicher Ressourcen und deren Verschwendung, weiters deren gerechtere Aufteilung sowie die Betonung der Gesamtheit der Schöpfung.

 

Doch selbst bei der Pariser Klimakonferenz hofft Hödl auf direktes Mitmischen des Papstes: "Wir hoffen und brauchen es, dass Franziskus nach Paris kommt und die Regierungen zu einem ernsthaften Arbeiten ermahnt." Derzeit plane die CIDSE in Zusammenarbeit mit dem deutschen Hilfswerk "Misereor" eine Großwallfahrt nach Paris zum Ende der Verhandlungen, für die man die Unterstützung der Bischofskonferenzen anstrebe. "Die Präsenz von Hunderttausend Menschen soll zeigen, dass viele Einzelpersonen - ob gläubig oder nicht - dranbleiben und schauen, dass die Beschlüsse umgesetzt werden."

 

Franziskus-Turbo-Effekt Starke

Zeichen setze der Papst durch seine Präsenz auf allen Ebenen, "von Begegnung und Gespräch zwischen Person und Person bis hin zur großen Politik, die Zeichen braucht, damit den konkreten Anliegen der Rücken gestärkt wird". Hödl sieht hier einen "Franziskus-Turbo-Effekt", sei der Papst doch durchaus auch der Politik ein "Stachel im Fleisch", etwa indem er von jener Wirtschaft, die extreme Armut erzeugt, geschrieben habe, dass sie töte. Für die kirchliche EZA bringe der Papst "großen Rückenwind", berichtete der KOO-Geschäftsführer: "Man wird auch in staatlichen Verhandlungen nicht mehr in ein Eck gedrängt."

 

In manchen Bereichen müsse sich freilich auch die Kirche selbst die Vorgaben des Papstes zu Wirtschaft und Ökologie hinter die Ohren schreiben, bemerkte Hödl. Teilweise seien sie hier schon umgesetzt, wobei die katholischen Orden mit gutem Beispiel vorangehen würden: "Hier versteht man schon, was es heißt nachhaltig zu wirtschaften, organische Lebensmitteln den Vorrang zu geben - da sie mit weniger Ressourcenaufwand produziert werden -, sowie auf Regionalität zu achten."

 

Für die kirchliche Entwicklungszusammenarbeit hätten die Orden "relativ große Bedeutung", verwies Hödl im Rahmen seines Vortrags vor den Missionsorden auf die 11,5 Millionen Euro, die österreichische Ordensgemeinschaften im Jahr 2013 an Geldern für Länder des Südens aufgebracht haben, was bisher ein Höchststand darstellt. Aufgrund ihrer langjährigen Präsenz in den Empfängerländern sei es den Orden möglich, dort direkt an die Basis zu dringen, was auch zu ihrem guten Ruf in Österreich beitrage: "Qualität und Beständigkeit kommen in Österreichs Spendenwesen immer gut an - hier werden die Orden als bewährter Partner gesehen", sagte der CIDSE-Präsident.

 

Wien, 25.11.14

 

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